Bildungsprogramm

Der Unterricht an der FSF wurde ab dem akademischen Jahr 2003/2004 als alternatives und interdisziplinäres Hochschulbildungsprogramm durchgeführt – zunächst als zweijähriges, später als einsemestriges Programm. Der Lehrplan umfasste Pflichtvorlesungen sowie Wahlveranstaltungen (Workshops, Podiumsdiskussionen, aktivistische Straßenaktionen). Insgesamt wurden im Rahmen der FSF mehr als 800 Lehreinheiten auf Hochschulniveau angeboten.

Das zweijährige Programm der Frauenstudien (FS) wurde in Form vielfältiger thematischer Zyklen durchgeführt: Frauen und Medien, feministische Theologie, Gendertheorien, feministische Literaturwissenschaft (Gynokritik), Sprache und Geschlecht, feministische Ökonomie, Frauenbewegungen, Menschenrechte und Gewalt gegen Frauen, Frauengesundheit, lesbische Existenz, gewaltfreie Kommunikation, Frauen in der Politik, Frauengeschichte (Lebensgeschichten) u. a. Als einsemestriges Programm wurden die Frauenstudien stärker spezialisiert und haben sich auf die Vertiefung eines ausgewählten Themenbereichs innerhalb einer Generation der Teilnehmer*innen (z. B. Ökofeminismus im Wintersemester 2007/2008 oder Interkulturalität und Spiritualität im Sommersemester 2008/2009) konzentriert. Voraussetzung für die Aufnahme in das Programm war ein mindestens abgeschlossener Sekundarschulabschluss. Die Teilnehmer*innen waren während des Bildungsprogramms verpflichtet, aktiv an den organisierten Lehrveranstaltungen und Forschungsprojekten teilzunehmen. Am Ende des Kurses haben die Teilnehmer*innen eine Abschlussarbeit zu einem bestimmten Thema unter der Anleitung einer gewählten Mentorin verfasst.

Die Erfahrungen der Teilnehmer*innen zeigen, dass die FS eine vertiefte Aneignung theoretischen Wissens und fachlicher Kompetenzen in diesem interdisziplinären Bereich ermöglichen, das Bewusstsein für Geschlechterverhältnisse schärfen, stereotype Denkweisen hinterfragen und eine vielfältige, differenzierte Perspektive auf die Gesellschaft eröffnen, in deren Rahmen die individuelle Position oft schwer zu erfassen ist.

Professorin Emerita Svenka Savić